Kosmisches Alphabet

Von dieser Bezeichnung ausgehend wird der Betrachter in eine Gegend seiner Existenz hineingezogen, die für ihn unerreichbar ist, selbst wenn der Mensch Teil des Kosmoses ist. Dennoch oder gerade deshalb ist das Wort ‚Kosmos’ für EL Loko seit Anfang der 90iger Jahre Programm geworden. Eine Reise zu sich selbst, zu den Ursprüngen der Menschheit.

Zum Wort Kosmos gesellt sich das Wort Lettern. Buchstaben, Alphabet, jene Erfindungen, die die Verständigung zwischen den Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen erleichtern sollte. Doch den unzähligen Sprachen der Welt  sind auch unzählige Grenzen gesetzt. Bedauerlicher Weise ist Sprache zum Machtinstrument geworden und dient vorrangig nationalen Interessen.

EL Loko setzt auf die Globalisierung der Sprache, indem er schriftähnliche Formen kreiert, die die Abgrenzung der Menschen überwinden, da diese keine, wie sonst bei herkömmlichen Sprachen üblich, festgelegte Bedeutungen beinhalten. Ihre Erschließung erfordert mehr als den bloßen Verstand. Form und Farben und deren Anordnung im Raum und das daraus entstandene Wechselspiel nach Tagesablauf, Jahreszeiten und das Wohlbefinden des Betrachters sind die Träger der Botschaft, die EL Loko zu vermitteln versucht. Darin ist das Sprungbrett zur Reise zu sich selbst enthalten. Das Individuum, Kernpunkt der Menschheit, wird hier angesprochen und als Vermittler der kosmischen Botschaft hervorgehoben.

Regina Loko, Duisburg 1998